Diagnose

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Anamnese, Inspektion und Palpation. Charakteristisch sind der Zeitpunkt des Auftretens, das typische Erscheinungsbild
1.) mit relativ schlankerem Ober- und unproportional kräftigem Unterkörper,
2.) Ödemneigung,
3.) Hämatomneigung sowie
4.) Schmerzhaftigkeit spontan sowie bei Berührung.
Der Einsatz weiterer Untersuchungsmethoden zur Abklärung anderer Ödemformen ist sinnvoll.

Zur quantitativen Beurteilung des subkutanen Fettgewebes können morphologische Verfahren eingesetzt werden. Mittels hochauflösender Sonographie lässt sich eine homogene Verbreiterung der Subkutis mit gleichmäßig vermehrter Echogenität darstellen. Eine Verdickung der Subkutis ist auch mittels Computertomographie nachweisbar. Alle diese Befunde sind wenig spezifisch.

Morphologische Untersuchungen des Lymphsystems mittels indirekter Lymphographie zeigten typische, wenn auch nicht pathognomonische Veränderungen in Form gefiederter bzw. flammenförmiger Kontrastmitteldepots. Mittels Fluoreszenz-Mikrolymphographie konnten Mikroaneurysmen festgestellt werden, deren Bedeutung allerdings unklar ist.

Funktionsuntersuchungen des Lymphgefäßsystems erfolgten mittels statischer oder dynamischer Lymphszintigraphie. Teils fanden sich dabei keine auffälligen Veränderungen, teils ließ sich in frühen Krankheitsstadien ein gesteigerter Lymphtransport und im späteren Krankheitsverlauf eine verlängerte Transportzeit mit pathologischen Lymphknoten-Uptake-Werten nachweisen.

(Quelle: Lipödem-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie 2009, Auszug aus dem Inhalt, gekürzt)

Differenzialdiagnosen

Die wichtigste Differenzialdiagnose des Lipödems ist die Lipohypertrophie. Hierbei besteht ebenfalls eine dysproportionierte Körperform aufgrund einer meist symmetrischen Fettgewebsvermehrung im Hüft- oder Beinbereich bei schlankem Rumpf. Im Gegensatz zum Lipödem findet man aber keine Ödeme, und die Betroffenen weisen keine Druck- oder Spannungsschmerzen auf. Eine behandlungsbedürftige Erkrankung besteht somit nicht. Es wird allerdings vermutet, dass sich im Laufe der Zeit aus der Lipohypertrophie ein Lipödem entwickeln kann. Auch beim primären Lymphödem tritt beim weiblichen Geschlecht – überwiegend in der Pubertät – eine ein- oder beidseitige Schwellung der Beine auf. Diese beginnt typischerweise am Unterschenkel und erfasst erst später den Oberschenkel. Beim Lipödem hingegen tritt die Umfangsvermehrung in den meisten Fällen zuerst am Oberschenkel auf. Da beim Lymphödem das Ödem fast immer auf den Fuß übergreift, kann das Stemmersche Zeichen – im Gegensatz zum Lipödem – positiv sein. Druckschmerzhaftigkeit des Gewebes oder Hämatomneigung bestehen nicht. Kombinationen mit einem Lipödem kommen vor.

Das Phlebödem ist ein Symptom der chronischen Veneninsuffizienz (CVI). Es kann bei beiden Geschlechtern ein- oder beidseitig auftreten und geht den typischen kutanen und subkutanen Veränderungen (…) voraus. Funktionsuntersuchungen wie Ultraschall-, Doppler-, Duplexsonographie und Licht-Reflexions-Rheographie weisen im Gegensatz zum Lipödem pathologische Befunde auf. Allerdings existieren auch hier Mischformen.(…)

Oft wird das Lipödem mit einer Adipositas verwechselt. Hierbei besteht aber eine Fettgewebsvermehrung des gesamten Körpers mit Übergewicht. Es finden sich somit weitgehend normale Proportionen zwischen Rumpf und Extremitäten, und das Fettgewebe verursacht keine Beschwerden. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Bei der Therapie steht die Gewichtsreduktion durch vermehrten Kalorienverbrauch (sportliche Betätigung) und verminderte Kalorienzufuhr im Mittelpunkt.

Differenzialdiagnosen bei Lipödem
Geschlecht Beginn Lokalisation Symmetrie Fettver-mehrung Druck-schmerz Ödem Füße
betroffen
Diäten
erfolgreich
Sonstiges
Lipödem Frauen meist Pubertät Beine, Arme ja ja ja ja nein nein Hämatom-neigung
Lipohypertrophie Frauen meist Pubertät Beine, Arme ja ja nein nein nein nein
Lymphödem Frauen, Männer meist Pubertät Beine nein nein nein ja ja nein Stemmersches Zeichen positiv
Phlebödem Frauen, Männer Erwachsen- enalter Beine nein nein nein ja nein nein pathol. Venen- funktionstests
Adipositas Frauen, Männer alle Alters-klassen gesamter Körper ja ja nein nein nein ja BMI erhöht

(Quelle: Dtsch Arztebl 2005; 102: A 1061–1067 [Heft 15], Auszug aus dem Inhalt, Tabelle gekürzt)

Lipödem Stuttgart - BMI / WHtR - Rechner

BMI / WHtR - Rechner

Größe in cm:
Gewicht in kg:
Taille in cm:
Alter in Jahren:   

Waist-to-height ratio: =
Einstufung:
mager bis | normal bis | untersetzt bis | dick bis

Body-Mass-Index: =
Einstufung:
mager bis | normal bis | untersetzt bis | dick bis

Wenn die beiden Ergebnisse sich unterscheiden,
also z. B. WHtR = normal und BMI = dick,
kann das ein Lipödem bedeuten.

        Mehranzeige BMI: